Donnerstag, 14. März 2013

Tasting: Juan Lopez Selection No. 2

Nach einigen Ausflügen musste es mal wieder etwas Kubanisches sein. Juan Lopez ist ja eine der wirklich alten Marken der Insel und hat aber nur eine sehr eingeschränkte Auswahl. Die Selection No. 2 ist quasi der Klassiker der Marke und kommt einer Robusto recht nahe. Zudem soll sie relativ leicht sein, was natürlich dem Anfänger entgegen kommen sollte. Na sehen wir einmal.

Aussehen

Schon das Aussehen ist sehr klassisch gehalten.

Relativ einfache dezente Bauchbinde, die aber bei näherer Betrachtung eine sehr schöne Reliefprägung hat und sehr fein mit Gold verziert ist. Wie man sieht hat das Deckblatt einige Unregelmäßigkeiten und auch die Kappe ist minimal schief. Aber es ist eine "totalamenta a mano" und damit sind leichte Schwankungen wohl normal. Man könnte auch sagen sie sieht sehr Bodenständig aus.

Cutten und Anzünden

Der Cut ist dann doch sehr einfach, da die Kappe überall weit genug übersteht. Der Kaltzug ist sehr angenehm ich komischerweise merke ich eine leichte Süße auf den Lippen die ich nicht erwartet hätte.
Sie entwickelt dann auch gleich ein sehr kräftiges Aroma nach Gewürzen, Gräsern und Erde. Durchaus sehr stimmig und der Bodenständige Eindruck gewinnt hinzu.

Erstes Drittel

Diese Kubanerin ist keine Zicke. Sie brennt fein und die Rauchentwicklung ist durchwegs sehr gut.

Die Asche ist recht schön und dicht. Die Aromen bekommen noch etwas Erde und Leder hinzu und teilweise umspielt ein Hinterton von herben Honig die Lippen, was ich sehr ansprechend finde. Die guten würzigen Aromen, wechseln auch immer wider von eher Pfeffrig bis hin zu eher Kräutergewürze. Obwohl die Aromen als sehr kräftig einzustufen sind, ist aber vom Nikotingehalt zwar durchaus etwas da, aber keineswegs als Stark einzustufen.

Zweites Drittel

Es geht sehr schön weiter. Die Erde und das Leder gehen etwas in den Hintergrund und es kommt etwas Espresso hinzu, aber mit nur sehr wenig Bitterstoffen. Gerade soviel, dass man es als Espresso wahrnimmt. Sehr schön. Die Gewürze spielen sich weiter im kräftigen Bereich und nun gibt es auch ab und an leichte Süße, allerdings erst im Nachgeschmack. Sehr ungewöhnlich aber sehr interessant.

Man sieht auch der Abbrand ist gut, die Naht ist zwar nicht sehr schmal, aber dafür ist kaum Schiefbrand vorhanden und auch keinerlei Anflüge eines Tunnelbrands.

Das Finale

Ja was soll man sagen. 

Man will sie kaum weglegen. Der Espresso wird etwas stärker und nun merkt man auch etwas Nikotingehalt. Hinzu kommen im Nachgeschmack etwas Süße und Vanille Noten mit weiterhin kräftigen Gewürzen und nun definitiv etwas Pfeffer, aber ohne unangenehm scharf zu werden.
So stellt man sich einen runden Abgang vor. Ich habe sie weiter geraucht bis ich mir fast die Finger verbrannte und immer wieder spielten die Aromen etwas miteinander um am Ende auch noch leichte geröstete Nüsse zu spüren.

Fazit

Ich bin begeistert, mehr kann ich nicht sagen. Die Zigarre ist von der Stärke sehr verträglich und die Aromen sind einfach sensationell. Genau so stelle ich mir das vor.

Anfänger Wertung: 7.5 von 10
Sie ist zwar für eine Kubanerin nicht so stark, aber keineswegs so leicht wie manche Dominikanische. Also man sollte schon etwas Vorsicht walten lassen. Wer aber gut gegessen hat und nicht ganz empfindlich ist, sollte damit zurecht kommen und wird mit sensationellen Aromen belohnt.

Meine Wertung: 9.5 von 10
Minimaler Abzug in der Kür wegen der leichten Fehler im Deckblatt. Dies sind aber kosmetische Details vom Geschmack und Aroma her ist diese Zigarre absolute Spitzenklasse.

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