Donnerstag, 21. Februar 2013

Tasting: Romeo y Julieta Mille Fleur


Wenn man der Presse traut, so ist die Mille Fleur von RyJ die meistverkaufte Kubansiche Zigarre in Deutschland und Österreich. Also musste ich diese auch einem Tasting zuführen. Zumal ich schon einige auch selbst geraucht habe.

Aussehen

Die Mille Fleur kommt in einem Petit Corona Format und ist damit recht handlich und leicht. Das Deckblatt sieht OK aus, hat aber einige unschöne Adern und die Kappe ist etwas schief. Die Zigarre ist aber für eine Kubanerin auch recht billig, also sehen wir das mal nach und gehen zum Tasting über.

Cutten und Anzünden

Cutten geht gut und zwar ist die Kappe schief, aber mit einem hohen Cut geht das problemlos. Der Kaltzug ist etwas fest aber noch OK und ist leicht erdig oder ledrig.
Die ersten Züge betätigen dies und die Zigarre ist sehr erdig und ledrig im Geschmack mit leichtem Pfeffer.


Erstes Drittel

Die Zigarre bleibt sehr ledrig und erdig im Geschmack und der Pfeffer macht ein leichtes Prickeln auf der Zunge. Nicht unangenehm für mich, aber es könnte manchem Abschrecken. Zudem ist sie keinesfalls als Leicht zu bezeichnen. Eher gehobene Mittelklasse in der Stärke. Zudem immer wieder Schiefbrand und einmal geht sie sogar ganz aus. Also alles andere als gut gerollt das Ding. Sehen wir mal weiter...

Zweites Drittel

Die Erde und der Pfeffer legen noch etwas zu. Die Abbrand bleibt recht problematisch, was für ein so dünnes Format kein Zeichen guter Rollung ist.

Auch von der Stärke ist sie deutlich zu spüren und nicht gerade Anfängerfreundlich. Für mich kein Problem mehr, aber ich muss mich fragen wieso sie so gerne Anfängern empfohlen wird. Jemand der noch nie geraucht hat und recht Empfindlich ist, könnte die Zigarre schon ordentlich flashen.
Von den Starken Aromen ganz abgesehen.

Das Finale

Erde, Leder, Pfeffer und nun auch etwas Bitter kommt sie daher. Also eher für den groben Mann etwas, da bekommt man Haare auf der Brust oder so. Zum Ende wird sie noch etwas Stärker und ich würde sie nun sogar als "stark" einstufen. Im Finale geht sie auch noch 2 mal aus und ich muss einmal nachhelfen um die Schiefbrand zu beseitigen.

Fazit

Das getestete Modell hat mich nicht überzeugt. War wohl von einem Anfänger gerollt und damit problematisch in der Handhabung. Stärke liegt über dem was ich einem Anfänger empfehlen kann und für den Profi sind die Aromen zu einseitig.
Ich greife nun auf meine Erfahrung wenn ich sage: Es gibt wesentlich bessere Zigarre aus der selben Reihe. Die Mille Fleur von RyJ die ich schon rauchte (sicher 20-30) waren alle sehr unterschiedlich. Man kann also sagen, dass sie starken Schwankungen unterliegen. Manche waren von den Aromen deutlich anders und wesentlich besser und runder. Manche sogar schlechter. Leicht war keine.

Anfänger Wertung: 1 von 10
Ich würde sie einfach aufgrund der Schwankungsbreite keinem Anfänger empfehlen, zudem ist sie nicht gerade leicht.

Meine Wertung: 3 von 10
Ich denke man kann auch sehr gute Exemplare erwischen und wenn man sie 2-3 Jahre im Reifehumidor lagert wird sie sicher auch deutlich besser. Also für den Profi der auch mal was günstiges selbst veredeln möchte sicher gut, wird sie nicht zu meinem Liebling. Es ist für mich einfach viel Experiment dabei, bei solch einer Qualitätsschwankung.

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