Dienstag, 5. Februar 2013

Der erste Humidor

Du hast dich also entschlossen in einen Humidor zu investieren, damit du einen Vorrat an Zigarren anlegen kannst. Gute Entscheidung prinzipiell, doch viel zu oft wird hier falsch investiert und ich möchte dir die Fehler die ich (und viele andere) gemacht haben ersparen.

Daher lüften wir heute das Spargeheimnis.

Was muss der Humidor können?


Nun zum einen sollte der Humidor relativ dicht sein, damit nicht zuviel Luftfeuchtigkeit austreten kann. Die Luftfeuchtigkeit im inneren sollte so zwischen 65% und 72% liegen. Ich persönlich bevorzuge so 68-70%. Aber hierzu gibt es viele Meinungen und du wirst deine Wohlfühlfeuchtigkeit finden.

Dies ergibt also einmal folgende Anforderungen an den Humidor:

  • Relativ dicht
  • Irgendeine Art von Befeuchtung oder Luftfeuchtigkeitseinstellung
  • Man sollte die eingestellte Luftfeuchte irgendwo ablesen können zur Kontrolle

Für viele reicht das schon, manche haben noch eine Zusatzanforderung namens "Cedro". Cedro oder auch oft spanische Zeder genannt ist ein spezielles Holz das sehr gute Eigenschaften für Zigarren hat. Es fördert den Geschmack der Zigarre durch seinen Duft, es kann viel Luftfeuchte aufnehmen und dient so als Feuchtebuffer. Allerdings hat spanische Zeder rein gar nichts mit Zedernholz zu tun! Also nicht in den Wald gehen und eine Zeder umholzen ;)

Der Humidor selbst, mein Tipp


Am Anfang machen die meisten den Fehler einen viel zu kleinen Tischumidor aus Holz zu kaufen, bei einem lokalen Händler um einen sehr teuren Preis. Die Angabe sagt dann "bis zu 50 Zigarren" und mit etwas Glück bekommt man dann 30 hinein. Das klingt viel, aber wenn man bedenkt, dass man etwas sparen kann wenn man Zigarren in Kistchen kauft (das kann von 3 bis 25 oder mehr gehen pro Kiste) dann wird der Platz schnell zu eng. Zudem sind einige Zigarren wesentlich besser wenn man sie etwas liegen lässt. Wozu man sich dann rasch einen Buffer anschafft um immer gut abgelegene Zigarren zu haben.

Aber was nun? Gleich einen teuren großen Humidor?


Nun wenn wir die Anforderungen oben uns ansehen gibt es eine sehr einfache Lösung zu dem Problem, der Humidor in beliebigen Größen um knappe 5 Euro.
Man gehe also zu Ikea kaufe eine Samla Box in der angestrebten Größe mit Luftdicht schliessenden Deckel und man hat seinen ersten Humidor der schon mal die Hauptanforderung (relativ dicht) erfüllt.

Aber wie bekomme ich das Ding feucht?


Hierzu gibt es viele Meinungen und dies ist wieder meine persönliche. Ich halte relativ wenig von den einfachen Schwammbefeuchtern, da diese in der Wartung aufwändig sind und für so eine dichte Box wie die Samla komplett ungeeignet weil sie zuviel Feuchtigkeit unkontrolliert abgeben.
Etwas besser sind sogenannte Polymerkristalle, aber auch diese können nur Feuchtigkeit abgeben, aber nicht diese Regulieren.

Daher bin ich auf das HBS (humidity bead system) gekommen. Dieses ist leider in Deutschland sehr teuer und in Österreich nur schwer zu bekommen.
Man kann dies aber direkt beim Hersteller Heartfeld Infustries bestellen.
Man bekommt die Beads im Rohzustand wie hier gezeigt:


Oder auch in verschiedenen Verpackungen wie Pucks, Stangen oder Rechtecke. Am Anfang reicht es die Beads in ausreichender Menge zu bestellen (auf der Homepage gibt es einen Rechner) und diese in die dort erhältlichen Nylonsäckchen zu geben. Ich empfehle aber nicht alle Beads in ein Säckchen, sondern mindestens 2-4 in der Samla Box zu verteilen. So gleich sich die Luftfeuchte schneller aus wenn die Box geöffnet wurde.
Die Beads sind wenn man sie bekommt wie auf dem Bild weiss. Wenn man sie mit Destilliertem Wasser befeuchtet werden sie klar durchsichtig. Man sollte aber nur vorsichtig befeuchten (ich nehme eine Sprühflasche) damit nur ca. 60-65% der Beads durchsichtig sind. Also etwas mehr als die Hälfte.
Wenn man nun wie ich die 70% Beads bestellt hat, dann geben die Beads solange Luftfeuchte ab, bis 70% Luftfeuchte erreicht sind.
Sollte die Luftfeuchte zu hoch werden, so nehmen die noch weissen Beads wiederum Luftfeuchte auf bis wieder 70% erreicht sind (daher nicht alle befeuchten). Man hat also eine richtige Regulierung.
Kosten sollten hierbei für eine Samla Box je nach Größe unter Euro 50,00 liegen, bei kleinen Samla Boxen unter 20,00. 

Fehlt noch die Kontrolle


Das ist der einzige Punkt wo ich zu etwas mehr Ausgeben rate. Die meisten billigen Hygrometer zur Kontrolle sind absoluter Mist. Diese Spiralhygrometer (die leider auch in manch teurem Humi drinnen sind) sind extrem ungenau.
Besser sind sogenannte "Haarhygrometer" die man zumeist auch Kalibrieren kann. Allerdings müssen diese auch des öfteren nachkalibriert werden und ungenau ausgeführt kann das gar nicht leicht sein für den Anfänger.
Einfach und effektiv sind daher digitale Hygrometer. Ich habe hier ein Beispiel auf dem Bild abgebildet, welches ich in Verwendung habe:


Dieses ist recht genau, schön abzulesen und kann man einfach in der Box auf die Zigarren legen oder auf den Deckel kleben mit dem beigefügten Magneten.
Es gibt aber unzählige gute digitale Hygrometer, hier einfach auf einen guten Hersteller achten. Das abgebildete kostet je nach Shop zwischen 16 und 25 Euro.

Ja aber was ist mit dem Cedro?


Erwischt. Nun unsere Box ist wie ihr schon festgestellt habt kein Holzhumidor. Daher ist die Box auch nicht mit Cedro ausgekleidet.
Wenn man nun etwas Cedro in der Box haben will, kann man natürlich ein Stück Cedro wo kaufen und es reingeben.
Es geht aber auch einfacher: Einfach eine Zigarre kaufen die schon Cedro dabei hat wie sie oft in den Tubus zu finden sind oder auch bei Speziellen Editionen.

Viele Zigarrenhändler oder Trafiken werden euch auch gerne ein Stück/Blatt Cedro in das luftdicht schliessende Säckchen zu eurem Einkauf geben.
Ich nehme dann dieses Cedroblatt und wische vorsichtig mit einem nur ganz leicht mit destilliertem Wasser befeuchteten Tuch drüber. Dann kommt es in die Box mit hinein und das Aroma kann strömen.

Das war es schon?


Ja das wars. Natürlich hat das Ganze auch einen Nachteil. So schön wie ein professioneller Holzhumidor auf der Kommode im Wohnzimmer ist es nicht. Aber für den Anfang genau das richtige und Kosten für eine recht großen Humidor sind weit unter 80 Euro. Das Zubehör (Beads, Hygrometer) werden auch nicht schlecht und können beim nächsten Humi weiter verwendet werden.

In einem der nächsten Artikel werden wir dann auch Holzhumidore behandeln.

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